Einsatzprotokoll - Großeinsatz A9

  • am 4.11.2017 gegen 15:30 wurden die Rettungskräfte zu einem Einsatz mit folgenden Einsatzstichworten alarmiert:

    r4,r11,r21,n3,k3 - Flugzeugnotlandung A9 westl. Richtung 1km nach Baustelle Autobahnkreuz, Mehrere Personen Verletzt, Verunfallte PKW nach Absturz. Kerosin läuft aus.
    (Erklärung: r4 = Rettungsdienst Katastrophenfall, r11 = RTH Benötigt, r21 = HLF benötigt, n3 = Notfallseelsorge Großereignis, k3 = Katastrophenschutzdienst Großereignis)

    Das ersteintreffende Fahrzeug des Rettungsdienstes, der Einsatzleitwagen, verschaffte sich zuerst einen groben Überblick. Ein ungewöhnliches Bild bot sich den Rettern, ein Flugzeug war aus noch ungeklärter Ursache auf der A9 notgelandet. Der normale Verkehr konnte daruf nicht mehr reagieren, was dazu führte, dass insgesamt 3 PKW nicht rechtzeitig bremsen konnten und mit dem Flugzeug kollidierten. Durch die ungeheure Wucht des Aufpralls waren die in den Tragflächen befindlichen Tanks des Flugzeugs geborsten und der gesamte Inhalt ergoss sich über die Fahrbahn.
    Die nachrückenden Kräfte des Katastrophenschutzdienstes und der Feuerwehr begannen umgehend damit die Türen des Flugzeugs und der PKW (in welchen eingeklemmte Personen waren) zu öffnen. Des Weiteren wurde ein Schaumteppich gelegt und die Tragflächen notdürftig verschlossen um eine weitere Brand- und Umweltgefahr einzudämmen.
    Ein Augenzeuge, der nicht in den Unfall involviert war, berichtete, dass zwei Personen sich wohl in einem Schockzustand von der Unfallstelle entfernt haben, und über die Leitplanke in den nahegelegenen Wald gerannt seien.
    Die Polizei leitete umgehend nach der Alarmierung eine Vollsperrung der A9 in beide Richtungen ein und sendete Streifenwagen zum Ort des Geschehens, während der RAC die Unfallstelle vor Ort abgesichert hat sowie bei der Befreiung der eingeklemmten Personen assestierte.
    Nach der Öffnung des Flugzeugs wurde schnell klar, dass sich unter den Passagieren eine hochschwangere Frau befand, welche unmittelbar nach dem Absturz entbunden hat. Die Notfallseelsorge wurde zur psychologischen Betreuung der Mutter und der anderen Opfer gerufen.
    Der nachalarmierte Rettungshubschrauber des typs EC-635, ausgerüstet mit FLIR (Forward looking Infrared - Wärmebild) suchte das angrenzende Waldgebiet in einem 2 km Radius ab, was den eintreffenden Polizisten die Suche nach den "ausgerissenen" Opfern massiv erleichterte, und die Behandlungszeit auf ein minimum reduziert hat.

    Neben der frisch entbundenen Frau, welche sich anfangs in einem kritischen Zustand befand, ihrem Baby, welches intubiert und somit beatmet werden musste, war der Pilot des Flugzeugs in einem kritischen Zustand, nachdem sich ein Metallteil des Cockpits durch den Aufprall in seinen Brustkorb gebohrt hatte. Die restlichen Verletzten, laut Vor Ort Triagierung 6 Flugzeuginsassen, 3 PKW Fahrer und 2 geflüchtete ==> 11 Personen, konnten u.A. mit Schockzuständen und leichten bis mittelschweren Verletzungen an der behelfsmäßig eingerichteten Patientensammelstelle vorläufig behandelt werden.

    Der Pilot, das Baby und schließlich die Mutter wurden per Hubschrauber ins Krankenhaus transportiert. Der Pilot wurde umgehend in den OP für eine Notoperation gebracht, das Baby auf die Kinderintensivstation und die Mutter auf die internistische Station.
    Die restlichen Personen wurden mittels Großraumrettungstransportwagen ins Krankenhaus zur weiteren Behandlung verbracht. Eine Person konnte selbstständig den Unfallort verlassen um einen privaten Arzt aufzusuchen.

    Nach Abtransport der Verletzten und Sicherstellung, dass keine weitere Gefahr für die Umwelt in Form von Betriebsstoffen oder eines Brands bestand, rückten die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes nach und nach ab. Schließlich konnte die Einsatzstelle zur weiteren Bearbeitung an die Polizei übergeben werden.
    Der Sachschaden dürfte durch das Flugzeug in die Millionen gehen. Die Autobahn musste über über 10 Stunden vollgesperrt werden.
    Alle insassen des Flugzeugs, auch der neue Erdenbürger konnten nach wenigen Tagen ohne weitere folgeschäden das Krankenhaus wohlauf verlassen. Glück im Unglück.

    Im Einsatz befanden sich:
    ELW, KatS - GRTW, GW - KatS, GW - SAN, HLF, MZF - NotSe, Christoph Havenborn
    Mit insgesamt 9 Personen aller Abteilungen.
    DIe Polizei war mit insgesamt 4 Streifen und 8 Personen vor Ort
    Der Rac war mit 2 Fahrzeugen und 3 Mitarbeitern vor Ort

    Seitens der Einsatzleitung gibt es keinerlei beanstandungen am Ablauf des Einsatzes.
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    Gezeichnet, Einsatzleitung, R.201 Administration Zentralklinikum Havenborn,

    Dr. Sepp Wachter
    Ärztliche Leitung



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