[Text] callen ist silber, reden ist gold :0

  • Schon Gandhi sprach einst weise - callen ist silber, reden ist gold!

    Daher ist mal wieder soweit. Ein Text :0



    Das Rollenspiel, in dem man seine Rolle spielt.

    Es gibt verschiedene Rollen. Vorwärtsrolle, Rückwärtsrolle, Rolle aus dem Sprung, Krüppelrolle, gesundheitsgefährdender Augenkrebs - einige sind eben kantiger gebaut. Liegt bestimmt an der Materialqualität. Oder an den Instruktionen - je mehr zu beachten ist, desto eher liegt man auf der Nase - Multitasking schwer, und so?

    Ein Sportlehrer meinte einmal - die Angst, sich weh zutun. Wer zögert hat verloren. Man muss es wollen.


    Pi mal Daumen - aktuelle Halbjahresnote 3 (“befriedigend” - eher 7 als 8).

    Am Ende muss das jedoch jeder für sich selbst bewerten. Also - meine Meinung, bildet euch eure eigene, sofern ihr mündige Bürger seid. Etwas Übung kann heutzutage nicht schaden.


    Callen ist silber, reden ist gold.

    Meine Erfahrungen (immerhin über 3 Jahre) sind dahingehend sehr eindeutig. Gandhi lag richtig. Zumindest >95% der Zeit (signifikant). Aber wer interessiert sich schon für Fakten!!!!!!! (Tipp: Erfahrungen ≠ Fakten)


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    (Jetzt beginnt der normale Teil)

    Beispielsituation - lange ists her. Abramia, Hügel nordwestlich von Yolandi, es liegt Schnee, zwei Polizisten entführt - das Fluchtfahrzeug hat auf der Hügelkuppe gestoppt, von der Polizei umstellt. Der Call ist raus, das Blei fliegt, die ersten liegen. Dann plötzlich ein Wort - man spricht miteinander, trotz Blei. Waffenruhe, Verhandeln, am Ende trennt man sich - jeder hat, was ihm gehört. Sowas geht.


    Ballern, Gewalt, Geil - keine Frage. Arma - die Google-Bildersuche ist eindeutig.

    Nur ist das alles? Oft wird einem vorgeworfen, man würde bloß KotH’en wollen. Das ist selten dämlich. Niemand bei klarem Verstand spielt bei RLRPG, wenn er bloß schießen will. Wer das nicht versteht, dem ist nicht zu helfen.

    Kleine Randnotiz - darum soll es hier gar nicht gehen.


    Es gibt da eine Sache (wir nähern uns dem eigentlichen Thema des Beitrags), welche mir nicht ganz einleuchten mag.

    Trommelwirbel:

    • Der liebe Gott gab uns ein komplexes System zum sprechen, sowie ein weniger komplexes System zum schießen. Warum nutzen wir das eine nicht mehr zum Reden, sobald das andere beginnt zu schießen? (wem es nicht klar sein sollte - das Reden = mit “Feind”...).

    Oder um es einfacher zu formulieren

    • Die allgemeine Meinung scheint zu sein: Wir reden bis zum Call, dann schießen wir. Deswegen können wir auch keine Regelungen einführen, bei denen bestimmte Ereignisse keinen Call erfordern - wir würden uns sonst ja ohne zu reden über den Haufen schießen.

    Ein Armutszeugnis für einen Rollenspiel-Server.

    Denn eigentlich wird eine Schießerei massiv dadurch bereichert, trotzdem miteinander zu sprechen, anstatt zu verstummen.


    Ohne Call sind Worte bedeutungslos. Woraus besteht eine Verhandlung? Gesülze. Floskeln hier, Pseudoverhandlungen dort. Geht es um was? Nein. Das Leben Geiseln - mittel wichtig. Böse Polizei?

    Immerhin tausendfach relevanter als das Leben der eigentlichen Konfliktparteien. Komplett umstellt, die Lage aussichtslos - BIS ZUM BITTEREN ENDE! (Und noch viel weiter).

    • Eine Waffe im Gesicht - Call raus? Nein? Bruder muss los.
    • Eine Waffe am Kopf der Geisel - Call raus? Nein? Ok, taser los Brudi.

    Ein Armutszeugnis für einen Rollenspiel-Server.


    Wie soll sich bitte gutes Roleplay entwickeln?

    Kein Call - niemanden juckt es.

    Ein Call - jeder schießt, niemanden juckt es. (k/d - was wirklich zählt)

    (Nein, nicht durch Regeln - Multitasking schwer)


    “Er gibt mir meinen Kinderriegel nicht” - Rp-Tanke, seit Jahren das Selbe, wirklich das Beste, was es zu bieten gibt?

    (Bitte - neben der Option “Ausrauben” eine Option “mit richtig geilem super RP ausrauben”, dann weiß ich, wo ich nicht mehr hinfahre.)




    In gewisser Weise haben gewisse Leute recht. Schießereien sind essentiell für meinen Spaß an Arma-Life, nur anders.

    Gutes Life-PvP hat eine Geschichte, besteht aus Reden und Schießen, aus waghalsiger Flucht, spannender Verfolgungsjagd - am Boden, in der Luft und zu Wasser, Dynamik, verschiedenste Orten - und Chaos. Mal mehr von einem, mal weniger vom anderen - sogar ohne Kugeln :0

    Warum hat man als Kind jahrelang Räuber und Gendarm (“Verstecken-Fangen”) gespielt - ich bedauere übrigens jeden, der keine geile Kindheit hatte - der “Kick” , Verstecken, Suchen, Schleichen, Rennen - geht in jedem Gelände, ist super simpel, je mehr Leute, und je dunkler, desto besser. Wen juckt schon ein angeknackster Knöchel - alle haben Spaß. (Ohne Kugeln :0)


    Arma-Life-PvP ist eben kein MilSim, kein KotH, kein Wasteland, kein Exile und kein TDM - sondern auf eigene Art und Weise viel besser und mit einem deutlich höheren Suchtfaktor.

    Ereignisse, welche sich auch nach Jahren noch zu erinnern lohnen.


    Dafür benötigt es allerdings Spieler mit Spaß am Spiel (aktuell Mangelware), Verständnis darüber, dass dieses System nur funktioniert, wenn ALLE mal Spaß haben (fehlt häufig), und Mitarbeit der Teilnehmer. Die Community (oder zumindest ein Teil davon) muss es wollen und Spaß dabei haben - sonst geht es nicht. Keine Spieler, kein Spiel.


    Wenn Worte ohne Call egal sind, und es nach einem Call keine Worte mehr gibt, können wir tatsächlich KotH spielen. Kriegst mehr für dein Geld. Fährst weniger im Kreis.

    "What is real? How do you define 'real'? If you're talking about what you can feel, what you can smell, what you can taste and see, then 'real' is simply electrical signals interpreted by your brain." Morpheus